Die kulturelle Vielfalt bleibt ein wichtiges Merkmal unserer Stadt und das wird sich auch in absehbarer Zeit nicht ändern! Mir ist durchaus bewusst, dass nicht alle dies als positive Botschaft sehen. Ich möchte daher auf folgende Fakten hinweisen:
Es ist auch der Zuwanderung zu verdanken, dass Stadthagen als eine der wenigen Städte in Schaumburg sich nicht einseitig in eine alternde Kommune verwandelt, sondern auch bei den ganz jungen Altersgruppen einen Zuwachs verzeichnet. Dies ist ein eindeutiger Beleg dafür, dass in den letzten Jahren verstärkt junge Familien zugezogen sind. Dies ist für unsere Stadt ein sehr wertvolles Alleinstellungsmerkmal, das wir im Hinblick auf die zukünftige Situation am Arbeitsmarkt und auf die Attraktivität als Wirtschaftsstandort unbedingt pflegen müssen. Gemeint ist damit, dass wir diese junge Generation so gut und umfassend wie möglich bilden und ausbilden müssen, damit sie später ihren Platz im Arbeitsmarkt findet.
Ein weiterer Fakt ist die Tatsache, dass Arbeitskräfte mit Migrationshintergrund aus dem Stadthäger Stadtbild nicht mehr wegzudenken sind. Als UnternehmerInnen, als Gastronomen, als Verwaltungsmitarbeitende, als Dienstleistende, im Handwerk oder in der Pflege. Stellen Sie sich unsere Stadt einmal ohne diese Arbeitskräfte und Unternehmen vor.
Die Herausforderung liegt vielmehr darin, auch den geringen Teil der Menschen zu erreichen, die sich nicht integrieren und einbringen wollen. Hier können schon wenige dafür sorgen, dass eine Stadt ein negatives Bild abgibt oder dass eine ganze Nation oder Gruppe pauschal verurteilt wird.
Dieser Aufgabe müssen wir uns auch in den folgenden Jahren stellen, denn selbst bei abnehmender Zuwanderung darf die Integration nicht nach einer Ankunftsphase enden, sondern muss auch in den Folgejahren mit immer wieder neuen Lebensphasen weiter begleiten. Genau hierfür haben wir – ebenfalls als eine der wenigen Städte in Schaumburg – eine Vollzeitstelle geschaffen. Dazu haben wir in meiner letzten Amtsperiode die Jugendarbeit in der Alten Polizei durch eine zweite Stelle gestärkt. Beschlossen ist auch bereits, dass noch eine weitere Stelle geschaffen wird, die aufsuchende Jugendarbeit leisten soll. Hiervon versprechen wir uns mehr Einfluss an den Orten, die in Stadthagen als problematisch oder sogar „gefährlich“, zumindest aber als störend wahrgenommen werden. Prävention ist an dieser Stelle der Schlüssel auf dem Weg zum Ziel.
Das Begegnungszentrum und die sogenannten „Kümmerer“ für die Weststadt und weitere Teile von Stadthagen haben hier wichtige Beiträge geleistet und es ist mein Ziel, diese Institutionen zu erhalten. Ob dies gelingt, wird entscheidend davon abhängen, ob wir auch in Zukunft als einzige Kommune in Schaumburg Gelder aus dem landesweiten Integrationsfonds erhalten, die uns viele Projekte ermöglicht haben und in den nächsten Jahren ermöglichen.
Nur durch eine konsequente Weiterführung der Integrationsarbeit wird es gelingen, Gräben zwischen den Nationen und Vorurteile auf allen Seiten zu beseitigen, damit wir zu dem kommen, was wir uns alle wünschen:
Ein friedliches Miteinander, geprägt von einem toleranten und respektvollen Umgang!
Positives Beispiel für ein solches friedliches Miteinander ist das Event „Eine Stadt spielt Fußball“ und gelungene Integration wird mit dem Projekt „Tischlein-Deck-Dich“ immer wieder deutlich sichtbar, bei dem in der Hauptsache Frauen mit Migrationshintergrund durch das Angebot vielfältiger Spezialitäten aus ihren Heimatländern Spenden sammeln.
Mein Ziel ist es daher, auch in der nächsten Amtsperiode auf eine kontinuierliche Integrationspolitik zu setzen und hier durch Fördergelder oder auch Mittel aus dem eigenen Haushalt weitere Akzente zu setzen.



