Oliver Theiß in zehn Fragen

1. Was ist Ihr größtes Ziel für die nächste Amtsperiode?

Ich habe den großen Wunsch, dass die Bürgerinnen und Bürger wieder stärker erkennen, wie schön unsere Stadt eigentlich ist und wir wieder stolz darauf sind, in Stadthagen zu wohnen. Trotz aller Herausforderungen und Probleme, die es sicherlich gibt – die wir aber auch mit anderen Städten teilen -, ist und bleibt Stadthagen eine lebenswerte und schöne Stadt mit hoher Lebensqualität und vielen einzigartigen Besonderheiten.

2. Was ist Ihre Vision für ein Stadthagen nach der nächsten Amtsperiode?

Durch den Abschluss der Umbauarbeiten ZOB, Marktplatz und Schlossgarten haben wir Orte geschaffen, an denen Bürgerinnen und Bürger sich gerne aufhalten. Dadurch und auch durch geschaffenen Wohnraum innerhalb des Walles lebt unsere Innenstadt auch 2034 noch und übt eine Anziehungskraft auf den Einzelhandel und die umliegenden Gemeinden aus.

Die Festhalle hat sich zu einem weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannten Veranstaltungszentrum entwickelt und gibt der Stadt neue Impulse.

Wirtschaftlich haben sich die an der Industriestraße und in dem neu geschaffenen Gewerbegebiet angesiedelten Unternehmen weiterentwickelt und viele neue Arbeitsplätze geschaffen.

Unsere Stadtgesellschaft hat sich noch enger vernetzt und mit dem Engagement und der Expertise von Bürgerinnen und Bürgern können wir viele Projekte umsetzen, die Stadthagen nachhaltig voranbringen.

Integration gelingt durch Vernetzung immer besser, weil die verschiedenen Communities sich für uns weiter öffnen und wir im Dialog viele Probleme der Integration lösen können. Das subjektive Sicherheitsgefühl innerhalb der Bevölkerung ändert sich von angespannt zu entspannt.

Die finanzielle Situation entspannt sich durch zusätzliche, von Bund und Land geschaffene Einnahmequellen, die ein Gestalten nicht nur durch Fördermittel möglich machen.

3. Auf was sind Sie während Ihrer zweiten Amtszeit besonders stolz ?

  • Auf den insgesamt gelungenen Umbau der Fußgängerzone in der Obern- und Niedernstraße,
  • auf mehr als 10 Millionen eingeworbene Fördergelder und damit verbundene konkrete Projekte wie Stadt.Fonds, Stadt.Punkt, Stadt.Raum,
  • auf die bundesweiten Auszeichnungen für unsere Wirtschaftsförderung für innovative Wege und Ideen
  • und auf die weiter zunehmende Vernetzung unserer Stadtgesellschaft, die sich in Kooperationen zwischen Vereinen oder neuen Netzwerken (z.B.Kulturnetzwerk) zeigt.

Stolz bin ich auf meine Familie, die mir auch in der zweiten Amtszeit den nötigen Halt und die Rückendeckung für die nicht immer einfache Ausübung des Amtes gegeben hat.

4. Was wurmt Sie besonders, wenn Sie an die letzte Amtszeit denken?

Der allergrößte Aufreger war für mich der immer noch nicht nachvollziehbare Verzicht der Mehrheitsgruppe SPD/Bündnis 90 Die Grünen und der CDU auf Fördergelder in Höhe von 1,3 Mio. € und eine Stärkung der Wirtschaftsförderung durch 2 ½ neue Stellen für drei Jahre. Dies geschah zudem gegen den klaren Willen der Bürgerinnen und Bürger.

Aus wirtschaftlicher Sicht hat mich sehr gewurmt, dass wir über Jahre sehr viel Zeit investiert haben, um die Rahmenbedingungen für die Ansiedlung eines Unternehmens zu schaffen, um dann zu erfahren, dass nach dem Verkauf des Unternehmens nunmehr die doppelte Ansiedlungsfläche benötigt wird und der Netzbetreiber die benötigte Strommenge nicht fristgerecht zur Verfügung stellen kann. Die Ansiedlung erfolgt nun woanders.

5. Was ist Ihre größte Stärke, die Sie gerne für Stadthagen einbringen wollen?

Mit meiner Erfahrung aus 12 Jahren als Bürgermeister gelingt es mir, auch in Stress- und Krisensituationen Ruhe zu bewahren und sachlich nach Lösungen oder Kompromissen zu streben.

Meine Parteilosigkeit erlaubt es mir, ausschließlich Sachgründe in die Abwägung für Entscheidungen zur Stadtentwicklung einzubringen.

Ich kann sehr hartnäckig sein, wenn es um das Verfolgen von Zielen oder die Umsetzung von Projekten geht und auf den richtigen (politischen) Moment auch geduldig warten.

6. Was finden Sie an Stadthagen besonders l(i)ebenswert?

Dass das Ehrenamt und damit auch unsere Stadtgesellschaft hier immer noch so gut funktioniert und es in allen Bereichen wie beispielsweise Feuerwehr, Integration, Sport oder Kultur immer noch richtig viele Leute gibt, die sich engagieren und Gräben zuschütten statt aufreißen wollen.

Die Stadt selbst – und das hat Corona noch einmal verdeutlicht – ist aufgrund ihrer Größe, den interessanten Ortsteilen, der Umgebung, der geografischen Lage und der Lebenshaltungskosten sehr lebenswert.

7. Welche drei Dinge würden Sie in Stadthagen sofort umsetzen, wenn Geld keine Rolle spielen würde?

Für Klima, Umwelt und Freizeit:

Ich würde immer noch die Halde kaufen und dort mit Photovoltaik, Wasserstoff, einem Batteriespeicher und einem Aussichtsturm einen Ort schaffen, der die gesamte Innenstadt, in der Photovoltaik-Anlagen und Wärmepumpen teilweise schwierig zu installieren sind, mit Strom versorgt und gleichzeitig einen hohen Freizeitwert hat. Den Bau von Photovoltaik-Anlagen und Wärmepumpen würde ich in der ganzen Stadt mit 50% fördern.

Für Kinder:

Ich würde einen Park am Rande der Stadt mit Soccer- und Basketballcourt, Skaterbahn, Disco, Spielplatz und vielen weiteren Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen planen und bauen. Dies würde von der Stadt betrieben werden und wäre somit ein sicherer Ort.

Für die Stadt:

Der Kauf sämtlicher Leerstände in der Innenstadt sowie einiger Häuser und ein denkmal- und bedarfsgerechter Umbau in Wohnraum oder Büro- bzw. Ladenflächen mit attraktiven Größen wäre immer noch mein Herzenswunsch.

8. Was wünschen Sie sich für den Wahlkampf?

Ich wünsche mir drei Dinge:

  1. Ich wünsche mir auch aus ökologischen Gründen eine Stadt, die nicht zuplakatiert wird.
  2. Ich wünsche mir einen fairen Umgang der Kandidaten und Parteien miteinander.
  3. Ich wünsche mir eine hohe Wahlbeteiligung.

9. Wenn Stadthagen im Jahr 2035 eine Auszeichnung erhielte: Wofür sollte die Stadt ausgezeichnet werden?

Es wäre eine große Freude, wenn die Stadt eine Auszeichnung für eine gelungene Transformation der Innenstadt erhalten würde. Das Thema ist sehr vielschichtig und beinhaltet neben baulichen Maßnahmen auch einen Prozess des Umdenkens.

Die Mischung der Zukunft zwischen Aufenthaltsqualität, Einzelhandel, Wohnen, Gastronomie und Dienstleistungen zu finden, ist eine sehr große Aufgabe. Eine Auszeichnung würde uns zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind.

10. Was ist für Sie wichtiger: Ein schnell sichtbarer Erfolg oder eine Veränderung, deren Wirkung möglicherweise erst nach Ihrer Amtszeit erkennbar wird?

Beides wird benötigt. Um Menschen für einen Weg begeistern zu können, ist es wichtig, auch schnelle Erfolge zu haben. Dann fällt es viel leichter, Vertrauen in einen Weg aufzubauen.

Generell gilt aber: Es ist immer unsere Stadt, die im Vordergrund aller Überlegungen stehen muss. Die Ziele, die positiv zur Stadtentwicklung beitragen, müssen konsequent und ohne den Blick auf Parteibücher oder Amtsperioden verfolgt werden. Dafür stehe ich!

Bürgermeister Oliver Theiß
Bürgermeister Oliver Theiß - Weiter für Stadthagen!
Ich freue mich über Ihre Stimme.

13. September 2026

Klima- und Umweltschutz

Klimaschutz ist für mich eine fundamentale Aufgabe unserer Stadt.

Ich habe mein Versprechen aus dem letzten Wahlkampf umgesetzt und den Klimaschutz als strategisches Ziel etabliert. Heute sehe ich ihn nicht mehr nur als einzelnes Thema, sondern als Grundlage, die bei allen Projekten automatisch mitgedacht wird.

Das zeigt sich zum Beispiel beim Umbau des Schlossgartens. Neben Spielplatz und Sportmöglichkeiten geht es vor allem um Resilienz: Durch neues Wassermanagement, eine bessere Entwässerung und neue Baumarten soll der Schlossgarten auch bei fortschreitendem Klimawandel langfristig erhalten bleiben.

Auch beim geplanten Umbau des Marktplatzes spielen Erhitzung, Begrünung und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt eine zentrale Rolle.

Mit der Einstellung eines Energiemanagers können wir unseren Gebäudebestand erfassen, Fahrpläne für klimaschutzrelevante Maßnahmen entwickeln und Informationsveranstaltungen anbieten – etwa zum Thema Heizen.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die kommunale Wärmeplanung, die wir gemeinsam mit den Stadtwerken Schaumburg-Lippe und weiteren Kommunen durchführen. Dabei wird geprüft, welche Projekte wirtschaftlich sinnvoll umgesetzt werden können.

Beim Hochwasser- und Starkregenschutz sind wir noch nicht so weit, wie ich es mir wünsche. Aber wir haben eine Stelle in der Verwaltung geschaffen, die sich mit Hochdruck um die Umsetzung der vorhandenen Planungen kümmert. Die nächsten Schritte hängen dabei auch von Fördermitteln ab.

Mein Ziel ist klar: Klima- und Umweltschutz sollen weiterhin als fundamentale Aufgabe verstanden werden – und in der nächsten Amtsperiode soll auch die Umsetzung des Hochwasser- und Starkregenschutzkonzeptes weiter vorangebracht und zum Ende gebracht werden.

Öffentlicher Personennah- und Radverkehr

Um die Anbindung der Ortsteile an Stadthagen zu verbessern, hat die Stadt erfolgreich einen eigenen, flexiblen Busverkehr ins Leben gerufen, der inzwischen vom Landkreis übernommen und mit virtuellen Haltestellen sowie einem barrierefreien ZOB modernisiert wurde.

Für die Zukunft strebt die Stadt gemeinsam mit dem Landkreis weitere Verbesserungen im Nahverkehr an, wobei insbesondere autonome Fahrzeuge und Abrufsysteme eine wichtige Rolle spielen sollen.

Als innovative Maßnahme für den Radverkehr wurde zudem die erste Fahrradzone im Landkreis eingerichtet, deren Verkehrsführung im zweiten Quartal 2026 nochmals angepasst wird, um die Akzeptanz bei Autofahrern zu erhöhen. Die vollständige Umsetzung guter Radverkehrsideen wird in Stadthagen allerdings oft durch enge Straßen, geringe Gehwegbreiten und unterschiedliche Eigentumsverhältnisse an den Verkehrswegen erschwert.

Mein Ziel ist es, trotz dieser Herausforderungen weitere schrittweise Verbesserungen in der Sanierung und Ausweitung des Radnetzes zu erzielen, z.B. durch die Prüfung von Einbahnstraßenregelungen zugunsten von mehr Platz für die Radfahrer oder die schrittweise Sanierung von Radwegen, sowie die Anbindung der Ortsteile gemeinsam mit dem Landkreis weiter zu verbessern.

Feuerwehr, THW und Ehrenamt

Das ehrenamtliche Engagement ist das Rückgrat unserer Stadtgesellschaft!

Ich durfte in den letzten Jahren erleben, wie stark das Ehrenamt in unserer Stadt gelebt wird. Beginnen möchte ich mit der Feuerwehr und dem THW, da sich beide Institutionen dadurch hervorheben, dass die Ausübung des Ehrenamtes mit einer Gefahr für Leib und Leben verbunden sein kann. Mit der Feuerwehr hat sich über die Jahre eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelt und die Fertigstellung des Neubaus für die fusionierte Feuerwehr An der Bergkette wird sicherlich ein Höhepunkt der nächsten Amtsperiode sein. Eine weitere wichtige Aufgabe ist der Neubau für die Ortsfeuerwehr Wendthagen, hier sind alle Beteiligten gerade mit der Suche nach einem neuen Standort beschäftigt. Die derzeitige Situation ist geprägt von einer Offenheit der Verwaltung und der Politik für die Belange der Feuerwehren auf der einen und einer Bereitschaft, maßvoll und verantwortungsvoll mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen, auf der anderen Seite. 

Ziel ist es, diese Zusammenarbeit mit dem gewachsenen gegenseitigen Vertrauen auch in der nächsten Amtsperiode fortzuführen.

Für das THW haben wir nach längerer Suche ein passendes Grundstück gefunden und warten nur noch auf den Startschuss für den Beginn der Bauarbeiten für den Neubau. Ich bin zuversichtlich, dass dieses Projekt in der nächsten Amtsperiode ebenfalls zum Abschluss gebracht werden kann.

Es gibt viele weitere Vereine, Institutionen und Ehrenamtliche, die sich auf vielfältige Weise für unsere Stadt engagieren und dazu beitragen, dass sie lebendig bleibt. Sie können an dieser Stelle nicht alle aufgezählt werden. Ihr Engagement kann an einigen Stellen wie dem Kulturpreis Westfalen Weser, den Ehrenamtskarten, dem SPD-Neujahrsempfang oder dem Stadtempfang ausgezeichnet werden. Mit dem Stadt.Raum haben wir zudem einen Raum für dieses Engagement geschaffen, der leider aufgrund einer politischen Entscheidung der Vergangenheit angehört.

Mein Ziel ist es, das Ehrenamt in all seinen Facetten weiter zu stärken, zu unterstützen und zu ermutigen, damit dieser wichtige Pfeiler unserer Stadtgesellschaft noch lange erhalten bleibt.

Digitalisierung und KI in der Verwaltung

Digitalisierung ist schon lange kein einzelnes Thema mehr. Sie ist eine dauerhafte Aufgabe, die alle Bereiche einer modernen Verwaltung betrifft – mal innerhalb einzelner Fachbereiche, mal übergreifend für die gesamte Stadtverwaltung. Spätestens seit Corona hat diese Entwicklung deutlich an Geschwindigkeit gewonnen.

Auch in Stadthagen ist viel in Bewegung. Die IT-Abteilung wurde bereits personell gestärkt, und die technische Weiterentwicklung geht voran. Ende 2025 haben wir begonnen, unser IT-Konzept zu erneuern. Dabei geht es unter anderem um ein sichereres Netzwerk, bessere Datensicherung, externe redundante Sicherungen und neu konfigurierte Firewalls.

Viele konkrete Verwaltungsabläufe werden bereits digitalisiert oder befinden sich in der Umsetzung. Bauanträge werden zunehmend digital bearbeitet. Mobile Lösungen für Bauabnahmen und Straßenkontrollen werden eingeführt. Über das OZG-Portal können Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen immer mehr Verwaltungsleistungen online erledigen. Die Nutzung steigt kontinuierlich.

Auch der Bauhof soll vollständig digitaler arbeiten – von der Auftragserfassung über die Ausführung bis zur Abrechnung. Behördenintern ist ein Mitarbeitendenportal mit digitaler Zeiterfassung geplant, das perspektivisch auch Außenstellen einbindet und Prozesse wie Lohnbuchhaltung und Reisekostenabrechnung vereinfacht.

Weitere wichtige Projekte sind die digitale Wohnsitzanmeldung, die Kita-Online-Software und die Einführung eines digitalen Dokumenten-Management-Systems. Zusätzlich nutzt Stadthagen eine umfassende Analyse des Landes Niedersachsen, um den eigenen Digitalisierungsstand weiterzuentwickeln und zu prüfen.

Diese Beispiele zeigen: Digitalisierung ist komplex. Sie braucht zunächst Geld, Zeit, Arbeitskraft und gute Abstimmung zwischen den Fachbereichen. Der Nutzen entsteht oft erst später – durch effizientere Abläufe, bessere Datenverfügbarkeit und weniger Medienbrüche.

Auch Künstliche Intelligenz wird künftig eine immer größere Rolle spielen. Sie unterstützt bereits bei Texten, Tabellen oder Zusammenfassungen. Der Einsatz bei Protokollen wird gerade geprüft. KI kann schneller Effizienzgewinne bringen als manche klassischen Digitalisierungsprojekte. Gleichzeitig braucht sie aber auch klare Regeln und Grenzen. Sie wird von uns daher nur dort eingesetzt, wo wir in der Lage sind, die Ergebnisse zu kontrollieren.

Mein Ziel ist es, Digitalisierung und KI in Stadthagen weiter voranzubringen. Dabei ist mir besonders wichtig, die Mitarbeitenden mitzunehmen, sie zu motivieren und niemanden zurückzulassen. Denn am Ende sind es die Menschen in der Verwaltung, die diese Entwicklung tragen und erfolgreich in die Zukunft führen.

Stadthagen - eine attraktive Stadt

Die Attraktivität unserer Stadt weiter zu steigern, war bereits in der vergangenen Amtsperiode eines meiner großen Ziele.

Dabei hat Attraktivität viele Facetten. Nach außen wirkt Stadthagen mit Marktplatz, Innenstadt und Wall bereits sehr positiv. Der Umbau der Fußgängerzone in Obern- und Niedernstraße ist abgeschlossen, und das Thema Gehbehinderung durch Kopfsteinpflaster gehört dort der Vergangenheit an.

Aktuell werden der ZOB und der Schlossgarten umgestaltet – beide Projekte mit erfolgreich eingeworbenen Fördergeldern. Auch die Planung für den Marktplatz hat begonnen. Er soll künftig weiter für hohe Aufenthaltsqualität stehen, aber auch flexibler nutzbar werden und mehr Grün erhalten.

Mein Ziel ist es, die äußere Attraktivität Stadthagens in den nächsten Jahren weiter zu steigern. Der Grundstein ist gelegt, und wir befinden uns bereits mitten im Prozess.

Zur inneren Attraktivität gehören Themen wie Grünpflege, Sauberkeit und das Erscheinungsbild in der Innenstadt, in der Stadt und in den Ortsteilen. Hier hat sich bereits einiges verbessert, aber es gibt weiterhin Handlungsbedarf – zum Beispiel bei kleineren Grünflächen, bei privaten Flächen oder an den Glascontainern, die immer wieder als Müllablageplätze missbraucht werden.

Mein Ziel ist es, trotz schwieriger Haushaltslage durch technische Innovationen, bessere Strukturen und klarere Zuständigkeiten die Grünpflege und Sauberkeit weiter zu verbessern. Dazu gehören auch frühere Hinweise an Eigentümerinnen und Eigentümer sowie eine enge Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt und der AWS.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Leerstandssituation. Stadthagen steht vergleichsweise gut da, aber der Wandel in der Innenstadt ist deutlich sichtbar. Der Einzelhandel verändert sich, Dienstleistungen ziehen stärker in die Innenstadt, und diesen Prozess müssen wir aktiv begleiten.

Mein Ziel ist es, über die Wirtschaftsförderung, eigene Initiativen wie den Stadt.Fonds und neue Fördergelder immer wieder Möglichkeiten zur Belebung der Innenstadt zu schaffen. Als nächstes soll besonders die attraktive Fassadengestaltung von Leerständen in den Blick genommen werden.

Integration – eine bleibende Aufgabe

Kulturelle Vielfalt ist ein wichtiges Merkmal unserer Stadt. Und sie wird auch in Zukunft zu Stadthagen gehören.

Dabei ist mir bewusst, dass nicht alle diese Entwicklung nur positiv sehen. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf die Fakten: Auch durch Zuwanderung ist Stadthagen eine der wenigen Städte in Schaumburg, die nicht nur älter wird, sondern auch bei jungen Altersgruppen wächst. Das zeigt: Junge Familien ziehen nach Stadthagen. Für unsere Stadt ist das ein wertvolles Alleinstellungsmerkmal – gerade mit Blick auf den Arbeitsmarkt und den Wirtschaftsstandort.

Entscheidend ist deshalb, dass wir diese junge Generation gut bilden, ausbilden und begleiten, damit sie später ihren Platz in unserer Gesellschaft und im Berufsleben findet.

Auch im Alltag ist längst sichtbar: Menschen mit Migrationshintergrund gehören fest zu Stadthagen. Als Unternehmerinnen und Unternehmer, in der Gastronomie, in der Verwaltung, im Handwerk, in der Pflege und in vielen Dienstleistungen. Unsere Stadt wäre ohne diese Menschen und ihre Arbeit nicht dieselbe.

Die Herausforderung liegt dort, wo Integration nicht gelingt oder nicht angenommen wird. Schon wenige Menschen können dazu beitragen, dass Orte als problematisch wahrgenommen werden oder ganze Gruppen pauschal verurteilt werden. Genau hier müssen wir ansetzen.

Integration endet nicht nach der Ankunft. Sie muss Menschen auch in späteren Lebensphasen begleiten. Deshalb haben wir in Stadthagen eine Vollzeitstelle für Integration geschaffen. Außerdem wurde die Jugendarbeit in der Alten Polizei durch eine zweite Stelle gestärkt. Beschlossen ist auch eine weitere Stelle für aufsuchende Jugendarbeit. Damit wollen wir stärker dort präsent sein, wo Konflikte entstehen können. Prävention ist hier der Schlüssel.

Auch das Begegnungszentrum und die Kümmerer für die Weststadt sowie weitere Stadtteile leisten wichtige Arbeit. Mein Ziel ist es, diese Strukturen zu erhalten und weiterzuführen. Dafür sind Fördermittel, etwa aus dem landesweiten Integrationsfonds, ebenso wichtig wie eigene kommunale Mittel.

Nur mit konsequenter Integrationsarbeit können wir Vorurteile abbauen und Gräben zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft überwinden.

Unser Ziel muss ein friedliches Miteinander sein – geprägt von Toleranz, Respekt und gegenseitigem Verständnis.

Gute Beispiele dafür gibt es bereits: etwa das Event „Eine Stadt spielt Fußball“ oder das Projekt „Tischlein-Deck-Dich“, bei dem vor allem Frauen mit Migrationshintergrund Spezialitäten aus ihren Heimatländern anbieten und damit Spenden auch für deutsche Projekte sammeln.

Mein Ziel für die nächste Amtsperiode ist deshalb klar: Ich möchte die Integrationsarbeit in Stadthagen kontinuierlich fortsetzen, bestehende Strukturen sichern und durch Fördergelder oder eigene Mittel weitere wichtige Akzente setzen.

Die Wirtschaftsförderung - bundesweit ausgezeichnet

Wirtschaftsförderung ist ein zentrales Thema für die Entwicklung unserer Stadt.

In den vergangenen fünf Jahren wurde unsere Wirtschaftsförderung zweimal bundesweit ausgezeichnet. Zuletzt haben wir im November 2025 beim Forum Deutscher Wirtschaftsförderungen in Frankfurt am Main den ersten Platz für besonders innovative Wirtschaftsförderungen erhalten.

Das ist das Ergebnis einer Umstrukturierung, die bereits in meiner ersten Amtsperiode begonnen hat. Heute gibt es in der Wirtschaftsförderung zwei wichtige Bereiche: die klassische Wirtschaftsförderung und die Transformation der Innenstadt. Beide sind direkt als Stabsstelle beim Bürgermeister angesiedelt und damit für mich immer Chefsache.

In der klassischen Wirtschaftsförderung geht es um Unternehmensbetreuung, Unternehmensansiedlungen, Gründungen und Standortmarketing. Ziel ist es immer, neue Arbeitsplätze für Stadthagen zu schaffen. In den Gewerbegebieten hat sich viel bewegt: Unternehmen haben sich angesiedelt, erweitert oder investieren aktuell in neue Standorte.

In den kommenden Jahren wollen wir weitere Flächen an der Industriestraße vermarkten und neue Flächen für Industrie und Gewerbe schaffen. Dabei achten wir darauf, dass neue Unternehmen gut zu Stadthagen passen und durch Arbeitsplätze oder Gewerbesteuer nachhaltig zur Entwicklung unserer Stadt beitragen.

Auch der direkte Austausch mit den Unternehmen bleibt sehr wichtig. Bei Unternehmensbesuchen, Neugründungen, Problemfällen und regelmäßigen Treffen wollen wir weiterhin eng im Gespräch bleiben, Wünsche und Herausforderungen früh erkennen und bestmöglich unterstützen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Transformation der Innenstadt. Eine attraktive Innenstadt ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – für Unternehmen, Familien und Arbeitskräfte. Mit Fördergeldern, dem Stadt.Punkt, dem Stadt.Fonds, dem Stadt.Raum und der Stadt.Krämerei sind viele neue Formate entstanden. Daraus wurden über 80 Projekte möglich, die unsere Innenstadt belebt und gestärkt haben.

Nicht jedes Projekt konnte dauerhaft bestehen. Aber Veränderung lebt eben auch vom Ausprobieren. Umso bedauerlicher ist es, dass politische Mehrheiten die Fortführung des  Stadt.Raums und zusätzliche Fördergelder für mehr Personal in der Wirtschaftsförderung abgelehnt haben.

Trotzdem bleibt mein Ziel klar: Wir wollen den Transformationsprozess der Innenstadt weiter intensiv begleiten, neue Fördergelder einwerben und in den kommenden Jahren besonders die Leerstände in den Blick nehmen.

Bildungsstandort Stadthagen

Bildung ist eines der wichtigsten Güter unserer Gesellschaft. Stadthagen ist als Bildungsstandort bereits heute hervorragend aufgestellt.

Mit zwei Gymnasien, der IGS, der Berufsbildenden Schule, der Oberschule Schule am Schlosspark, der Schule Am Bürgerwald und der Freien Schule Schaumburg am Bruchhof verfügen wir über ein starkes Angebot an weiterführenden Schulen.

Auch bei den Grundschulen geht Stadthagen wichtige Schritte. Die Grundschule Am Sonnenbrink wurde mit einem modernen Anbau und einem neuen Außengelände erweitert. Die Grundschule An der Bergkette wird derzeit ebenfalls für den Ganztagsbetrieb vorbereitet.

Damit ist die Stadt gut auf die wachsende Bedeutung des Ganztagsunterrichts ab dem 1. August 2026 vorbereitet.

Gleichzeitig müssen wir weiterdenken. Steigende Kinderzahlen können es erforderlich machen, in der nächsten Amtsperiode intensiv über den Neubau einer weiteren Grundschule zu beraten.

Auch im Kita-Bereich hat sich viel bewegt. Mit den Kitas Am Holzwinkel, Zwergenland und Zauberburg sind drei neue Einrichtungen entstanden. Eine weitere Kita zwischen Habichhorst und Obernwöhren ist bereits in Planung.

Stadthagen verfügt damit über eine sehr moderne Kita-Landschaft. Trotzdem müssen wir Geburten, Zuzüge und Betreuungsbedarfe weiter genau im Blick behalten und bei Bedarf weitere Kita-Plätze schaffen.

Investitionen in Bildung, besonders in frühkindliche Bildung, sind Investitionen in die Zukunft. Sie stärken Integration, gesellschaftliche Teilhabe, den Einstieg in den Arbeitsmarkt und damit auch den Wirtschaftsstandort Stadthagen.

Gute Bildung ist außerdem eine Grundlage für ein friedliches Miteinander und ein wichtiger Schutz gegen Radikalisierung.

Mein Ziel für die nächste Amtsperiode ist deshalb klar: Stadthagens guten Ruf als Bildungsstandort weiter stärken und noch mehr Orte schaffen, an denen Bildung früh beginnt und Kinder gute Chancen für ihre Zukunft erhalten.

Verantwortungsvoller Umgang mit Kommunalfinanzen 

Obwohl viele Krisen uns viel abverlangen, ist es gelungen, verantwortungsvoll mit den Kommunalfinanzen umzugehen. Bis Ende 2024 konnte immer wieder ein ausgeglichener Jahreshaushalt vorgelegt werden. Angesichts der bundesweiten Entwicklung muss ich für die Folgejahre aber auch so ehrlich sein und sagen, dass ein solcher Ausgleich nicht mehr garantiert werden kann. Die kommunalen Haushalte sind durch von Bund und Land übertragene Aufgaben und die immerwährende Herausforderung zwischen Daseinsvorsorge und Sparzwang mittlerweile strukturell unterfinanziert.

Ziel ist es, durch weitergehendes Einwirken auf Bund und Länder durch Interessenverbände wie den Städtetag neue oder geänderte Wege zur Verbesserung der Finanzausstattung der Kommunen zu finden und der Übertragung weiterer Aufgaben ohne Gegenfinanzierung entgegenzuwirken.

Und eines muss auch ganz deutlich gesagt werden: Im derzeitigen Finanzierungssystem und angesichts der derzeitigen Haushaltslage sind eingeworbene Fördergelder eine der sehr wenigen Möglichkeiten, aktiv und gestaltend Stadtentwicklungspolitik zu betreiben. Dies ist uns in der zurückliegenden Amtsperiode mit ca. 10 Mio. Fördergeldern in herausragender Weise gelungen.

Ein ganz klares Ziel ist es daher auch für die nächste Amtsperiode, mit Hilfe von Fördergeldern die Entwicklung unserer Stadt aktiv zu gestalten.

Bürgersprechstunde – auch in den Ortsteilen 

Seit der Wahl 2014 findet monatlich eine Bürgersprechstunde im Rathaus statt; lediglich pandemiebedingt gab es Einschränkungen.

Zusätzlich bestand auch in den Ortsteilen Bedarf an Sprechstunden.

Einmal jährlich besuche ich sämtliche Ortsteile.

Soziale Medien werden darüber hinaus für konstruktives Feedback genutzt.

Bürgerbeteiligung - passiv und aktiv

Bürgerbeteiligung liegt mir sehr am Herzen.

Dabei gibt es zwei Formen: die passive und die aktive Beteiligung. Bei der passiven Bürgerbeteiligung gehen wir auf Sie zu, informieren über wichtige Vorhaben und bitten um Ihre Meinung. Das geschieht zum Beispiel bei der Gestaltung des Schlossgartens, beim neuen Feuerwehrhaus, bei Spielplätzen, beim Neubau der L447 in Reinsen oder künftig auch bei der Neugestaltung des Marktplatzes.

Aktive Bürgerbeteiligung bedeutet, dass Bürgerinnen und Bürger selbst Ideen, Wissen oder Projekte einbringen – über Vereine, Netzwerke oder direkt. Die Stadt kann dabei unterstützen, zum Beispiel finanziell über den Stadt.Fonds oder ganz praktisch, wie beim Waste-Fight-Walk mit Müllzangen, Müllbeuteln und der Abholung des gesammelten Mülls.

Diese bereits starke Bürgerbeteiligung möchte ich weiter ausbauen und ihr in der nächsten Amtsperiode einen verbindlichen Rahmen geben.

Denn mir ist wichtig: Alle Bürgerinnen und Bürger sollen die Möglichkeit haben, Stadthagen aktiv mitzugestalten und unsere Stadt gemeinsam positiv weiterzuentwickeln.

Bürgerinformation weiter verbessert

Auf der Grundlage einer Bürgerumfrage und mit Hilfe von Fördermitteln ist die kommunale Kommunikationsplattform „Stadt.Punkt“ entstanden, die Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit bietet, u.a. direkt mit der Stadtverwaltung zu kommunizieren, sich selbst in Gruppen zu organisieren oder Veranstaltungen zu posten. Der umfangreiche Veranstaltungskalender wird zudem neben weiteren Informationen über das Schaumburger Wochenblatt landkreisweit verbreitet. Wir als Stadt haben die Möglichkeit, Informationen sehr schnell, direkt und ungefiltert zu verbreiten und auf Anfragen und Anregungen ohne Zeitverlust zu reagieren.

Hier sind wir für die Zukunft gut aufgestellt und in den nächsten Jahren bestrebt, unsere Plattform noch bekannter zu machen und weiter auszubauen. Das geschieht allein schon dadurch, dass diese ab Juli 2026 auch auf andere Städte und Samtgemeinden ausgeweitet wird – ohne dass der kommunale Charakter verloren geht. Durch die eigens dafür gegründete Betreibergesellschaft kann das Projekt noch professioneller vorangebracht werden als bisher.

Ziel für die nächste Amtsperiode ist es, den Bekanntheitsgrad weiter zu steigern und damit zu erreichen, dass jeder relevante Verein sowie jede relevante Institution in Stadthagen ihren Platz dort findet.