Bereits in der vergangenen Amtsperiode war die Steigerung der Attraktivität eines der großen und wichtigen Ziele.
Aber die Attraktivität einer Stadt hat viele Facetten:
Wichtig ist natürlich die äußere Attraktivität. Stadthagen wirkt auf Touristen oder Besuchende sehr attraktiv mit seinem Marktplatz, der Innenstadt und dem Wall, das wird mir immer wieder bestätigt. Der Umbau der Fußgängerzone im Bereich Obern- und Niedernstraße ist abgeschlossen und das Dauerthema Gehbehinderung durch Kopfsteinpflaster gehört dort der Vergangenheit an. Aktuell werden der ZOB und der Schlossgarten umgestaltet, in beiden Fällen mit erfolgreich eingeworbenen Fördergeldern im sechs- bis siebenstelligen Bereich. Diese beiden Projekte werden Ende 2026 (ZOB) bzw. Ende 2027 oder spätestens Anfang 2028 (Schlossgarten) abgeschlossen sein. Bereits mit der Planung begonnen wurde hinsichtlich der Umgestaltung des Marktplatzes, der zukünftig weiterhin für hohe Aufenthaltsqualität, aber auch für eine flexible Flächennutzung und ein Stadtbild mit viel Grün stehen soll. Hier ist mit einem Beginn der Arbeiten im Jahr 2027 zu rechnen. Das Bild von Stadthagen wird sich in Zukunft also weiterhin verändern und an die Herausforderungen wie Klimawandel und Transformation der Innenstädte anpassen.
Mein Ziel ist es, die äußere Attraktivität von Stadthagen in den nächsten Jahren weiter zu steigern. Der Grundstein ist bereits gelegt und wir befinden uns schon mitten im Prozess.
Mit der inneren Attraktivität spreche ich die Wahrnehmung der Stadt durch diejenigen an, die schon länger hier leben und naturgemäß kritischer mit ihrer Stadt umgehen. Hier ist das Thema „Subjektive Sicherheit“ wichtig, auf das ich noch gesondert an anderer Stelle eingehe.
Aber auch die Themen „Grünpflege“ und „Sauberkeit“ sind mit einer hohen Priorität versehen. Die Wahrnehmung bei der Grünpflege hat sich in den letzten Jahren deutlich geändert. Durch technische Innovationen und personelle Umstrukturierungen sind es nicht mehr Themen wie das Aussehen des Amtspfortenkreisels, des Walls oder des Schlossgartens, die die Bürgerinnen und Bürger bewegen. Es geht um kleinere Flächen in der Innenstadt, der Stadt und den Ortsteilen, um die Pflegeintervalle und das eng damit verbundene Aussehen der Flächen. Und es geht auch um Flächen in der Innenstadt, die von den Eigentümern der Grundstücke gepflegt werden müssen, auf denen aber ebenfalls oft das Unkraut sprießt.
Was die Sauberkeit betrifft, sind unterschiedliche Schwerpunkte erkennbar. Die Sauberkeit der Innenstadt hat sich zwar verbessert, wozu neben einer Erhöhung der städtischen personellen Ressourcen auch private Initiativen wie der „Waste-Fight–Walk“ beitragen, bei dem in regelmäßigen Abständen Müll rund um den Wall aufgesammelt wird, es ist aber immer noch Luft nach oben. Schlimm ist die Situation an den Glascontainern im gesamten Stadtgebiet. Diese werden neben anderen Stellen wiederkehrend als Müllablageplätze missbraucht und müssen mit großer Häufigkeit von AWS und Stadt immer wieder gereinigt werden. Es gibt viele Diskussionen, wie man diesem Phänomen begegnen kann. Schließlich sind es einzelne Bürgerinnen und Bürger, die dieses Verhalten an den Tag legen. Aufklärung, Kontrollen oder Videoüberwachung, überzeugende Erfolge sind bisher von keinem dieser Verfahren gemeldet worden. Möglicherweise müssen die gesetzlichen Vorgaben zur Aufstellungspflicht bezüglich der Glascontainer überdacht werden.
Mein Ziel ist es, trotz der schwierigen Haushaltslage, durch technische Innovationen und weitere Umstrukturierungen, die Situation der Grünpflege weiter zu verbessern und die betroffenen Eigentümer frühzeitiger und effizienter auf ihre Versäumnisse hinzuweisen. Die bereits in der Innenstadt tätigen Pflegekräfte sollen dafür weitergehende Kompetenzen erhalten und geprüft werden soll auch, inwieweit das Ordnungsamt hier stärker unterstützen kann. Die Situation an den Containern erfordert immer wiederkehrende Aufklärung, die wir in den vergangenen Jahren aber auch schon intensiv betrieben haben. Des Weiteren möchte ich im Zusammenwirken mit der AWS, z.B. durch verstärkte Kontrollen, Wege finden, um die Situation zu verbessern.
Die Attraktivität einer Stadt ist natürlich auch eng mit der Leerstandssituation verbunden. Auch hier befinden wir uns mitten in einem Veränderungsprozess. Stadthagen steht zwar vergleichsweise gut da, da wir noch über ein attraktives Einkaufsangebot und viel Kaufkraft aus dem Umland verfügen. Die Veränderung ist aber schon deutlich sichtbar. Der Einzelhandel geht zurück und wird durch Dienstleister ergänzt, die verstärkt in die Innenstadt ziehen wie z.B. die Stadtwerke oder die AWO. Mit diesen ständigen Veränderungen müssen wir auch die nächsten Jahre rechnen und umgehen.
Mein Ziel ist es, diesen Prozess durch die Wirtschaftsförderung intensiv zu begleiten und mit Eigeninitiative wie beim Stadt.Fonds oder mit Hilfe von Fördergeldern immer wieder neue Möglichkeiten zur Belebung der Innenstadt zu schaffen. Das nächste Projekt wird sich mit einer attraktiveren Fassadengestaltung der Leerstände befassen.




