Zweimal hat unsere Wirtschaftsförderung in den zurückliegenden fünf Jahren bundesweit eine Auszeichnung erhalten.
Zuletzt wurden wir im November 2025 beim Forum Deutscher Wirtschaftsförderungen in Frankfurt am Main mit dem ersten Platz für besonders innovative Wirtschaftsförderungen ausgezeichnet.
Dies ist das Ergebnis der bereits in meiner ersten Amtsperiode begonnenen Umstrukturierung der Wirtschaftsförderung. Es gibt nunmehr mit der „klassischen“ Wirtschaftsförderung und dem Thema „Transformation der Innenstadt“ zwei Bereiche, die bearbeitet werden, weil beide eine immense Bedeutung für die Entwicklung unserer Stadt haben. Personell gibt es neben dem Wirtschaftsförderer noch eine weitere Stelle, die sich beide diesen Themen annehmen. Zudem bedeutet die Eingliederung als direkt dem Bürgermeister unterstellte Stabsstelle auch, dass ich direkt in alle Vorgänge eingebunden bin, bei Bedarf ebenfalls tätig werde und diese damit immer „Chefsache“ sind.
In der „klassischen“ Wirtschaftsförderung, also den Bereichen Unternehmensbetreuung, Unternehmensakquise, Unternehmensgründungen und Standortmarketing ist viel bewegt worden. Das Ziel ist im Ergebnis immer die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen für Stadthagen.
Die Gewerbegebiete haben sich gefüllt, zuletzt sichtbar durch die begonnenen Neubauten der Unternehmen „Autohaus Kahle“ und „Barut Gastrofood Service GmbH“. Zuvor haben sich z.B. auch die Unternehmen „Kleinert, Großhandel für Betriebshygiene, Gastronomie und Festbedarf“ sowie die Zentralverwaltung der „Möbel Heinrich GmbH und Co.KG“ im Gewerbegebiet angesiedelt und/oder vergrößert. In unserem Industriegebiet an der Industriestraße hat eine Stadthäger Institution, die „Schweerbau GmbH“, als international tätiges Unternehmen Erweiterungsflächen erworben und ein weiteres junges Unternehmen aus Stadthagen möchte sich ebenfalls vergrößern und seinen Standort dorthin verlegen.
Die Ziele werden in den nächsten Jahren die Vermarktung weiterer Flächen an der Industriestraße sowie die Schaffung neuer Flächen für Industrie und Gewerbe in Stadthagen sein. Dabei werden wir verstärkt darauf achten, dass die neuen Unternehmen verträglich für Stadthagen sind und unserer Standortentwicklung durch hohe Gewerbesteuereinnahmen und/oder neue Arbeitsplätze nachhaltig dienen.
Unternehmensbesuche wird es auch in Zukunft häufig und regelmäßig geben. Neben der „Sommertour“, bei der ich gemeinsam mit dem Wirtschaftsförderer in der Spitze bis zu zwanzig Unternehmen besuche, sind wir auch bei Neugründungen oder in Problemfällen vor Ort. Zudem gibt es seit 2026 regelmäßige Zusammenkünfte mit allen interessierten Unternehmen vor Ort. Ziel ist es immer, in einem engen Austausch zu stehen, damit wir in einem Netzwerk über Wünsche und Herausforderungen informiert sind und bestenfalls auch helfen können.
Für Neugründungen und Start-ups, aber auch alteingesessene Unternehmen haben wir in den vergangenen Jahren durch Gründerwettbewerbe und vielfältige Hilfen in den Bereichen Marketing, finanzielle Unterstützung (durch unsere Business Angel), Standortsuche oder auch Unternehmensnachfolge viele Erfolge erzielen können. Beispielhaft sei hier die Neuansiedlung der Lokalportal gGmbH in der Innenstadt oder die über die Wirtschaftsförderung betreute Unternehmensnachfolge bei der „Tanzlounge“ im Gewerbegebiet erwähnt.
Das Thema „Transformation der Innenstadt“ wird ebenfalls von der Wirtschaftsförderung betreut und gewinnt zunehmend an Wichtigkeit als Wirtschaftsfaktor, da eine attraktive Innenstadt ein wichtiger Grund für Neuansiedlungen, Unternehmenserweiterungen oder den Zuzug von Familien und damit auch Arbeitskräften ist. Hier konnten wir in den vergangenen Jahren einige Erfolge erzielen.
Mithilfe von Fördergeldern in Millionenhöhe und einer Umfrage nach den Bedürfnissen unserer Bürgerinnen und Bürger haben wir mit der Kommunikationsplattform Stadt.Punkt, der finanziellen Projektunterstützung Stadt.Fonds, dem niederschwelligen Raumangebot Stadt.Raum oder auch der Stadt.Krämerei neue Formate geschaffen, die alle auf die Attraktivität der Innenstadt eingezahlt haben. Hieraus sind über 80 Projekte wie z.B. die Sushi-Bar „Mamma Lee“ oder die Bronzeplastik vor der St.Martini-Kirche entstanden, der Stadt.Raum ist von vielen Vereinen und Personengruppen genutzt worden. Die Stadt.Krämerei hat den Schritt in die finanzielle Unabhängigkeit leider nicht geschafft, aber ein solcher Veränderungsprozess lebt auch vom Ausprobieren und Scheitern.
Die Fortführung des Stadt.Raums wäre mit geringem eigenen finanziellen Aufwand durch Fördergelder möglich gewesen, war aber aus bis heute unerfindlichen Gründen seitens der Mehrzahl der politischen Parteien und gegen den Protest vieler Vereine im Rat nicht gewollt.
Genauso unverständlich war die Ausschlagung der Fördergelder für eine personelle Stärkung der Wirtschaftsförderung. Die gleichen Parteien, die jetzt im Wahlkampf das Thema „Wirtschaftsförderung“ in den Vordergrund stellen, haben durch die Ablehnung der Fördergelder im Rat verhindert, dass in der Wirtschaftsförderung für drei Jahre 2 ½ neue Stellen geschaffen werden können, was zu einer deutlichen Verbesserung der Schlagkraft geführt hätte.
Trotz dieser Entscheidungen bleibt es auch in den nächsten Jahren das Ziel der Wirtschaftsförderung, den Transformationsprozess der Innenstadt weiter intensiv zu begleiten und mitzugestalten. Hierfür werden wieder Fördergelder erforderlich sein, die wir einwerben wollen. Einen besonderen Fokus werden wir in den nächsten Jahren auf die Leerstände legen.





